
Marktupdate 2026 – Diese Entwicklungen beeinflussen aktuell Preise und Verfügbarkeit
Globale Handelsrouten unter Druck
Ein wichtiger Unsicherheitsfaktor ist derzeit die geopolitische Lage im Nahen Osten. Durch den Konflikt im Umfeld des Iran kommt es zu Einschränkungen im Schiffsverkehr rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie weltweit. Rund 20 % des globalen Öltransports passieren diese Passage, weshalb Störungen schnell Auswirkungen auf Energiepreise und damit auch auf Transportkosten haben können.
Hinzu kommen weiterhin Sicherheitsprobleme auf der Route Rotes Meer / Suezkanal, wodurch Reedereien Umwege fahren oder Risikozuschläge berechnen. Diese Faktoren verlängern Transportzeiten und verknappen Containerkapazitäten.

Für den Lebensmittelhandel bedeutet das: Besonders importabhängige Produkte aus Südostasien können teurer werden. Dazu zählen unter anderem:
- TK-Garnelen und Shrimps
- Kokosprodukte wie Kokosmilch oder Kokoscreme
- Thunfischkonserven
- teilweise auch Duftreis oder palmölbasierte Fette
Grundsätzlich gilt: Je höher der Transportanteil am Produktpreis, desto stärker wirken sich steigende Logistik- und Energiekosten aus.
TK-Fisch: Angebotsknappheit im Nordatlantik
Im Fischmarkt bleibt die Lage angespannt. Besonders bei klassischen Weißfischen aus dem Nordatlantik – etwa Kabeljau oder Seelachs – führen Quotenkürzungen und knappe Bestände zu einem Nachfrageüberhang.
Die Folge: steigende Preise und teilweise eingeschränkte Verfügbarkeit. Der Preisdruck betrifft inzwischen auch Alternativen wie Rotbarsch, Kap-Seehecht oder Alaska-Seelachs.
Für die Quartale II und III 2026 ist daher weiterhin mit festen bis steigenden Preisen zu rechnen.
Pflanzenöle: Stabil, aber weiterhin fester Markt
Bei pflanzlichen Speiseölen zeigt sich der europäische Markt aktuell insgesamt stabil bis leicht fest. Entscheidend für die Entwicklung sind vor allem Ernteerwartungen, Biodieselpolitik sowie Exportmengen aus der Schwarzmeerregion.
Rapsöl
Rapsöl bleibt das wichtigste Speise- und Frittieröl im europäischen Foodservice. Die solide EU-Ernte 2025 sorgt für eine grundsätzlich gute Versorgung. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch – insbesondere aus der Lebensmittelindustrie und der Biodieselproduktion.
Bis zur neuen Ernte 2026 wird deshalb ein stabiler bis leicht fester Markt erwartet.
Sonnenblumenöl
Sonnenblumenöl zeigt weiterhin eine volatilere Entwicklung, da der Markt stark von Exporten aus der Schwarzmeerregion – insbesondere Ukraine und Russland – abhängig ist. Schwankende Exportmengen und logistische Risiken können kurzfristige Preisschwankungen verursachen.
Trend im Foodservice
Im Großküchenbereich gewinnen High-Oleic-Frittieröle zunehmend an Bedeutung. Sie bieten eine höhere Hitzestabilität und längere Standzeiten in der Fritteuse, was den Ölverbrauch reduzieren kann.

Fazit: Mehrere Faktoren treiben die Märkte gleichzeitig
Aktuell treffen mehrere Entwicklungen zusammen:
- geopolitische Risiken im Welthandel
- stabile bis feste Märkte bei Pflanzenölen
- Angebotsengpässe bei wichtigen Fischarten
Für Gastronomie und Großverbraucher bedeutet das vor allem eines: frühzeitige Planung und flexible Produktalternativen werden wichtiger.
Wir beobachten die Märkte weiterhin genau und informieren regelmäßig über relevante Entwicklungen für Küche und Einkauf.
